Bauhaus 5 Albums Box Set [Box-Set]

 

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Bauhaus ist eine der bekanntesten Goth-Rock-Bands der frühen 80er und stilprägend für viele andere Bands, die teilweise aus ganz anderen musikalischen Spektren stammen. Die Bauhaus waren bekannt für ihren exzentrischen Sänger, Peter Murphy, der dieses Jahr wieder einmal Schlagzeilen gemacht, unter Drogen beeinflusst einen Autounfall verursacht hat.

Das ist natürlich bedauerlich, sollte aber nicht das große musikalische Schaffen infrage stellen, das Bauhaus als Band geleistet hat.

In diesen Tagen kommt ein 5-Disc-Boxset heraus, das die klassischen Alben „In The Flatfield“, „Mask“, „Burning From The Inside“, „The Sky’s Gone Out“ und eine CD voller Singles inklusive des David Bowie-Covers „Ziggy Stardust“ enthält.

Die Aufmachung ist durchaus Bauhaus-Stil. Die Silberlinge stecken jeweils in dünnen Papphüllen, während ein beiliegendes Leporello-Booklet Platz für Informationen zu den Alben bietet. Weniger ist mehr, denn hier kommt es auf die Musik an, diese jetzt zu beschreiben, wäre sinnlos, gibt es im Netz und einschlägigen Printmedien unzählige gute Rezensionen. Für mich ist diese Box absolute Pflicht, denn die enthaltenen Alben haben „schwarze“ Musikgeschichte geschrieben. Ich wünschte mir sehr, viele jüngere Grufties würden Bauhaus zumindest kennen, und damit meine ich natürlich weder den Baumarkt noch die Universität, sondern diese auf den ersten Blick unscheinbare, aber dennoch tiefdüstere Band der 80er Jahre.

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Goth Challenge – Album Top2 der Woche

challenge-iconHeute stelle ich kurz eine Band vor, die ich in den letzten Tagen sehr oft höre: „All Gone Dead“ vorstellen, das leider nur kurz währende Deathrock-Projekt von Stich, ehemals „Tragic Black“, Barb, auch bekannt als Djane Darlin‘ Grave and Steve Pollytrama.

All Gone Dead wurde Anfang 2004 in London gegründet und nach einigem Hin und her zu einem „Quartett“ aufgebaut. Die Band erlangte schon recht bald auch außerhalb Großbritanniens, Europas und der USA vor allem in Deathrock- und Goth-Kreisen Bekanntheit.

Dank ihrer Demo  Conceiving The Subversion, die komplett in Heimarbeit entstand, wurden „All Gone Dead“ vom „Gothic Magazine“ als beste Goth-Band ohne Labelvertrag ausgezeichnet.

Im Januar 2006 veröffentlichten sie ihr erstes und einziges Album „Fallen & Forgotten“. Daraufhin folgte eine große Europa-Tour, während dieser sie auch auf dem Wave-Gotik-Treffen spielten. Irgendwann 2008 gaben sie dann allerdings ihre Trennung bekannt.

Zum Abschluss noch ein kleiner Song einer Band, die ich ebenfalls sehr schätze und die gewöhnlicherweise etwas punkiger klingt, aber zu diesem äußerst gemütlichen Herbstwetter passt dieses noch viel gemütlichere Lied.
„Fallen“ heißt es und stammt von Zadera.

Goth Challenge – Top2 der Woche

challenge-iconDas Jahr 1982 – in diesem Jahr kamen gleich zwei Alben heraus, die die Musik der noch jungen schwarzen Szene entschieden prägten: „Pornography“ von The Cure und „A Kiss In The Dreamhouse“ von Siouxsie & The Banshees, meinen beiden Proto-Goth-Veteranen.
„Pornography“ überzeugte mich besonders wegen den schweren und hoffnungslosen (Contra)Bässen, die dem ganzen eine sehr finstere Note geben und den Hörer in eine Teufelsspirale hineinziehen, aus der man schwer wieder herauskommt. Besondere Anspieltips sind „Cold“, welches gerne oft von anderen Bands und Künstlern gecovert wird, und „The Hanging Garden“.

Siouxsie_&_the_Banshees-A_Kiss_in_the_DreamhouseThe Cure - Pornography

„A Kiss In The Dreamhouse“ überzeugt nicht nur musikalisch sondern auch optisch. Beim Artwork orientierte man sich offensichtlich an Malereien von Gustav Klimt, einem bedeutenden Vertreter des österreichischen Jugendstils. Musikalisch geht es durchaus „golden“ zu, wie es auch das Artwork schon verrät. Siouxsie & The Banshees nutzen viele orientalische Elemente, die man bereits im Eröffnungssong „Cascade“ heraushören kann.

Eine Gemeinsamkeit haben beide Alben noch: Sie haben beide jeweils weniger als zehn Titel und sind somit eher „Mini-Alben“, was sie jedoch in meinen Augen zu etwas ganz besonderem macht, kurz, aber oho. Speziell „Pornography“ ist für mich DAS „Gothic“-Album schlechthin. Kennen viele The Cure oft nur als die beschwingt-melancholische Kinderzimmer-Psycho Band mit „Friday I’m In Love“, zeigen sie hier ihre dunkle Seite einer Zeit, in denen Gothic noch neu war und erst noch erfunden werden musste, was heutzutage ja leider oft ausgeschöpft ist. Für viele ist „Disintegration“ DAS The Cure – Album, ich bevorzuge allerdings „Pornography“. Neben „Hyaena“ gefällt mir „A Kiss In The Dreamhouse“ von Siouxsie & The Banshees am Besten vor allem durch die hypnotische Atmosphäre, die diese Alben erzeugen.

Meine beiden Top2-Alben der Woche 🙂


Goth Challenge – Ist Gothic ein Lifestyle für dich?

challenge-iconUnter Lifestyle versteht man gemäß Duden folgendes: „Lebensstil; [moderne] charakteristische Art und Weise, das Leben zu gestalten“.
Ich finde den Begriff aber eigentlich ziemlich doof.
Da gibt es ganze Doktorarbeiten zum Thema Lifestyle-Sujets und dem ganzen Gedöns, was wahnsinnig psychologisch beleuchtet und tiefgründig geschildert wird.
Für mich ist die Sache ganz einfach: Ich liebe die verschiedensten musikalischen Bereiche dessen, was man so als „schwarze Szene“ bezeichnet, weil ich mich darin wohl fühle. Ich trage schwarze Kleidung, weil ich mich darin wohl fühle – völlig belanglos, ob die Marke nun eine „Szene-Marke“ ist oder von H&M. Schwarz sagt mir zu, ich fühle mich darin komplett. Ich mag Fledermäuse und diese typischen Horror-Elemente, ich liebe Klischees, auch wenn meine Wohnung nicht so aussieht. Ich besitze keinen Sarg, in einem Bett schläft es sich doch gemütlicher. Ich trenne dazwischen, denn meine Meinung ist: Das einzige schwarze, was in meiner Bude ist, bin ich selbst, aber dafür 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über – außer in der Badewanne.

Gothic ist für mich in erster Linie das Düstere, Melancholische, was wir aus Literatur und Film kennen. Es ist das Schattenhafte, das uns hinter unserem Rücken auflauert und uns unbemerkt beobachtet, aber nicht zwingend etwas bösartiges will. Im Gegenteil. Für mich ist das finstere, unheimliche Wesen eigentlich eher das unverstandene, von der Mehrheit der Gesellschaft abgelehnte Andersartige. Ich nehme oft gern die Figur des Dracula aus Bram Stokers berühmten Roman als Beispiel. Diese Gestalt wird von allen gefürchtet, als blutsaugende Kreatur und Untoter gesehen, obwohl er doch eigentlich nur das Opfer einer tragischen Liebesgeschichte ist, die auf einer Verschwörung der vermeintlich „Guten“ basiert. Die Dogmatische Ansichten der Kirche haben ihn sofort als Teufelsausgeburt gebrandmarkt, weil er sich gegen seine ehemalige „Arbeitgeberin“, die Kirche, stellt.

Man trage Schwarz aus Trauer über die „Dummheit“ der Gesellschaft, könnte man als einen Grund nennen, oder ganz banal: Man möchte einfach nicht mit der unbeweglichen, unkreativen Masse treiben, die einem wie ein Kaugummi, der sich im Hals  verklebt, vorkommt. Seelenlos, untot. Ja, bunt und schön von außen, aber faul und modrig von innen. In der Tat fühle ich mich in meiner schwarzen Welt viel „farbenfroher“ und wohler, als ich es in der „Normalo“-Welt bisher je getan habe. Außenstehende können das schlecht beurteilen. Für sie ist die Farbe Schwarz per se ein Zeichen von Unbehaglichkeit, Distanz, Trauer, Melancholie usw. – was durchaus auch korrekt ist, aber eben nicht allein das Negative, sondern – zumindest für mich – auch das Positive. Aber das werden solche Leute nie begreifen können und ich bin es leid, es ihnen auch immer wieder erklären zu wollen, denn sie verstehen doch nur das, was sie selbst verstehen wollen. Das Thema Kirche und Religion ist ebenfalls ein sehr ärgerliches, denn ich persönlich lasse jedem das seine, aber kann es nicht akzeptieren, das irgendwer bevormundet wird oder sich selbst als das Non Plus Ultra aufspielt. Nebenbei gesagt hat für mich die Kirche auch mit dem Glauben an sich so viel zu tun wie Bischof Tebartz-van Elst mit Silke Bischoff.

Aber es gibt noch viele weitere Themen, über die man sich aufregen kann, das Gute ist: Diese Vielfalt wird niemals ausgehen und darum wird es auch keinen Grund geben, seine schwarze Klamotte abzulegen 🙂

Amen.

Goth Challenge – Schlimmste und beste Erfahrung mit „Nicht“-Goths

challenge-iconMeine schlimmste Erfahrung mit „Nicht“-Goths… gute Frage. Ich muss gestehen, dass ich bisher eher selten schlechte Erfahrungen gemacht habe, wieso, weiß ich nicht. Vielleicht liegt das daran, dass ich eher diplomatisch bin, mich geschickt vor Konflikten drücke. In der Tat habe ich festgestellt, dass es durchaus möglich ist, mit unalkoholisierten und nicht unter Drogen stehenden Menschen vernünftig zu sprechen – was auf eigentlich alle Menschen zutrifft. Da ist es dann auch völlig wurscht, ob es sich um Nachbar Mustermann von schräg gegenüber oder um Dark-Bloody Cradlemoon von Friedhof Düsterstadt Reihe 666 handelt. So gesehen fällt mir spontan auch kein besonderes positives oder negatives Ereignis ein, das mir großartig im Kopf hängen geblieben ist – ah doch: Einmal saß ich nachts mit einer anderen schwarz gewandten Gestalt in der Straßenbahn, als wir von laut krakelenden Männern mit KSC-Schals bzw. Trikots angelabert wurden, die offensichtlich nicht ganz Herr ihrer Sinne waren. Noch dazu: Sie waren dem Aussehen zu urteilen Herren mittleren Alters, aber auf dem geistigen Stand von Post-Pubertierenden. Jedenfalls klebt mir dieser eine Satz noch im Kopf, den ich ein wenig unelegant finde: „Hey, fickt euch doch, ihr schwulen Emo-Nazi-Punkers“.

Das war ein eher unschönes Erlebnis. Die schönen Erlebnisse finden relativ oft statt, bleiben mir aber nicht so einprägend im Kopf hängen. Das bedeutet, dass man mit seiner Wortwahl bedacht umgehen sollte und vielleicht nicht unbedingt immer das sagen sollte, was einem wie Kotze durch den Hals rutscht. Es könnte einem auch einige Unannehmlichkeiten ersparen. Zum Beispiel, das MEINE Erfahrungen mit KSC-Fans nicht immer bestätigt werden.

Goth Challenge – Welche Art von Musik magst du nicht?

challenge-iconGanz plakativ sage ich: Hip Hop, Hardstyle und diesen ganzen Hipster-Kram wie gesellschaftlich angepasster Gutmenschen-Indie-Rock im Holzfällerhemd, den man überall und allerorts um die Ohren gepfeffert bekommt. Dabei können die dazugehörigen Hörer ja ganz lieb und total sympathisch sein – die Mukke ist einfach nicht meins.
Auch, wenn immer wieder darauf hingewiesen wird, dass dieser oder jener Künstler ja in Wirklichkeit gar nichts „Hip Hop“ zu tun hat, sondern nur ein Kommerzprodukt, wie wir das ja auch in unserem eigenen Szenegefüge kennen, siehe: Unheimlig…
Da bin ich total unfair und böse, aber ich gebe mir nicht die Mühe, in eine Musikrichtung reinzuhorchen, die mich schon von außen nicht fesselt. Anders gesagt: Ich habe kein Problem mit „Hoppern“. Sie sind mir einfach vollkommen egal.