Dr. Arthur Krause

Es gibt bzw. gab (muss man ja fast schon sagen) viele Bands, die sich optisch wie musikalisch von den Sisters Of Mercy beeinflussen ließen. Man denke dabei nur an den dunklen Bruder der Sisters, die Fields Of The Nephilim. Dennoch entwickelten sie ihren völlig eigenen, unverkennbaren Stil, den Gothic-Western-Look nenne ich ihn mal zumindest, was die Optik anbelangt. Staubige Mäntel und Hüte, als seien sie  von den Toten auferstandene Kämpfer des Bürgerkriegs. Kleiner, weniger bekannt sind dagegen „Dr. Arthur Krause„, eine schwedische Trad-Goth-Band. Sie klingen sehr düster und depressiv, obwohl es keine krachenden Elemente gibt, wie sich das der moderne Gruftie von Welt ach so sehr wünscht. Ihre Texte befassen sich mit gesellschaftlicher Einengung und Kälte. Das kommt meinen Lauschern nach auch sehr gut hin. Es ist kein Geheimnis, dass das Bandlogo ein wenig Sisters-inspiriert wurde – nur mit einem nuklearen Element als Beiwerk, und nein, eine Cyber-Band ist es mitnichten. Ich bin zufällig auf diese Band aufmerksam geworden, und das nicht, indem ich stundenlang vor dem Rechner nach unsinnigen Dingen gesucht habe. Es war ein Ort, den man heutzutage in der schwarzen Szene wohl kaum noch mit Gothic in Verbindung bringen würde. Ein kleiner, schön aufgemachter Stand auf dem M’Era Luna Festival 2011 steht direkt zwischen Stangenwaren-Bekleidungs-Pimkies wie XtraX und Aderlass (entschuldigt meine Ausdrucksweise, ich will nur nicht Äpfel mit Birnen vergleichen) – es war der Stand des Echozone-Labels, welcher schöne seltene Platten von zumeist recht unbekannten Szene-Bands vertreibt. Dort befand sich zum damaligen Zeitpunkt auch ein kleiner Messebereich des Underground-Zines „Nachtaktiv“. Ich muss schon mit ganzer Begeisterung sagen, dass es solche Indie-Labels heute immer noch auf solch große Allerwerts-Festivals schaffen. Das ist zumindest für mich eine positives Erkenntnis, dass der Musikmarkt zwar vom Mammon und nicht von der Kunst regiert wird, aber dass es noch ein paar schwarze Schafe gibt, die zumindest versuchen, ihr eigenes Ziel durchzusetzen, nämlich die Künstler Künstler sein zu lassen. Man kann von Dr. Arthur Kraus halten, was man möchte, ich finde es jedenfalls toll, dass es Leute gibt, die noch düstere Musik produzieren können ohne dabei in sämtliche Klischeenäpfchen zu treten. Anbei verlinke ich ein Video, einen Promo-Song zum aktuellen Album.

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