Monat: November 2012

Bewegtes aus der Dunkelkammer (Teil 1)

Der Sandmann

Die abendliche Märchenstunde am Kamin findet ein plötzliches Ende, als ein unheimlicher Besucher erscheint, und der kleine Nathanael zu Bett geschickt wird. Noch ahnt er nicht, was ihn in dieser Nacht erwarten wird…
Ein nicht enden wollender Alptraum beginnt, in dem sämtliche Gesetze von Raum und Zeit aufgehoben scheinen, und Nathanael letztlich nicht mehr zwischen Realität und Traum unterscheiden kann.

Der Stop-Motion-Film »Der Sandmann« von Theresa Klement und Lali Vogt zeigt eine surreal-groteske Interpretation von E.T.A. Hoffmans Literaturklassiker. Er entstand als Abschlussarbeit im Studiengang »Szenografie und Kostüm« an der Fachhochschule Hannover.

»Der Sandmann« from Theresa Klement on Vimeo.

The Invention Of Love

Andrey Shushkov hat hier einen ganz zauberhaften und melancholischen Liebesfilm erschaffen, der in einer künstlichen Steampunk-Welt spielt. „Die Erfindung der Liebe“ ist zwar keineswegs neu, aber im industriellen Zeitalter der heutigen Gesellschaft absolut vorstellbar. Für mich persönlich ein berührendes Kurz-Epos.

Advertisements

Getanzte Lebenszeit

Ich bin wahrlich kein Grufti, der oft ausgeht. Wenn ich einmal in die Clubs ziehe, dann höchst selten. Ich weiß, was mich dort erwartet, darum  bin ich sehr oft skeptisch und sage von vornherein: „Ne, lieber nicht“. Dieses Wochenende war es aber etwas anderes. Ich bin mit einer guten Freundin, einer Ur-Waverin mit stark Würzburgerischem Akzent und der Frisur eines Robert Smith losgezogen. Unser Ziel: Das Culteum in Karlsruhe. Kennt man als badischer Grufti noch als ehemalige Kulturruine wo Mozart von Umbra et Imago bis etwa ins Jahr 2007 hinein noch gewütet hat. Seit seinem Auszug aus dem schönen finsteren Kellergewölbe hat sich das Bild etwas geändert. Es finden in regelmäßigen Abständen die typischen Eisbrecher- und Rammstein-Partys statt, wie seit gefühlten Jahrzehnten überall in der Republik. Schwarz ist schwarz und Gothic ist schwarz, also ist heute alles Gothic was schwarz ist. Eines besseren wurde ich allerdings bei der R(h)ein Schwarz gelehrt, einer Veranstaltung, die an diesem Tage im Culteum lief. Es gab drei Floors, einen Mainfloor, wo so ziemlich alles lief, einen Mittelalter-Neue-Deutsche-Härte-Floor (das, was man heute so lapidar als Gothic bezeichnet) – und – einen Dark Wave, Minimal und Indie-Floor, auch genannt: Getanzte Lebenszeit. Klein, aber auch ein wenig abgelegen in der hinteren Ecke der düsteren Krypta. Aber für mich war die Musik erste Sahne.  Ausgewählte, rare Musikstücke, wahre Kunstwerke wurden uns von DJ Assemble Meme präsentiert. Selbst die erfahrene Cure-Fanatikerin lernte noch „neue“ Sachen kennen, wie z.B. ein Nebenprojekt von Robert Smith, dem Meister der leeren Haarspraydosen. Die Zeit verflog wie im Flug und ich habe gelernt, dass „alte“ und „neue“ Musik (wie z.B. Veil Veil Vanish oder O.Children) prima Hand in Hand gehen. Für mich war der Abend ein voller musikalischer Erfolg, der mich eines besseren gelehrt hat: Auch als technophober Grufti hat man heute gute Chancen, (für einen selbst) gute Musik in Clubs laufen zu hören. Und das tolle ist: Man muss dazu nichtmal auf stinknormale 80er-Partys gehen, wo es sowieso viel zu bunt vor sich geht. Ich für meinen Teil habe meine schwarze Nische gefunden, und da bleib‘ ich auch 🙂

Euer Ian

P.S.: Die getanzte Lebenszeit findet einmal im Monat im Culteum in Karlsruhe statt. Weitere Infos findet ihr auf der offiziellen Website oder im schwarzen Fratzenbuch.

Edit: Leider wurde die Getanzte Lebenszeit abgesetzt.