Goth Challenge – Oder: Eine Autobiographie des Grauens

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Von gruftigen Blogs wie Spontis oder Schillernde Nacht sind mir sogenannte „Gothic-Fridays“ bzw. „Goth Challenges“ bekannt, bei denen man sich nach dem einfachen Prinzip gewisse Tage heraussucht, an denen man über bestimmte Themen philosophiert und sie dann niederschreibt. Diese Themen beinhalten, wie es der Name schon verrät, „schwarze“ und überaus morbide Gedankengänge. Naja, sofern man selbst dies darin sehen möchte 🙂
Also eigentlich schreibt der Gruftie oder die Gruftine von Welt über sich selbst. Wie er in die „Szene“ gekommen ist (sofern er sich dort überhaupt aufhält oder eher in seinen eigenen vier (Sarg-)Wänden herumdaddelt), was er am liebsten für Mukke hört (wenn er, sie oder es überhaupt welche hört) usw.

Anhand streng chronologischer Fragen, die ich ganz dreist Anna Noctis von Schillernde Nacht geguttenbergt habe, möchte ich das finstere Geheimnis um mich und meine noch viel finstere Persönlichkeit lüften. Insider werden fortan die Möglichkeit haben, in mein wahnsinnig spannendes und mythenumranktes Leben Einblick zu erhalten. Ich spare mir zumindest Druckkosten für meine äußerst anspruchsvolle und mit allem möglichen Schnickschnack (Merchandising) umgebene Autobiographie.
Day 1 – How did you come across the subculture? 
Day 2 – Share photos and experiences from your Baby Bat days. 
Day 3 – When did you come out the Goth closet? (If you didn’t then simply discuss the topic)
Day 4 – Name a stereotype or cliche you can relate to.
Day 5 – Is there a local Goth band or group in your area?
Day 6 – Hand write your favourite lyric and take a picture.
Day 7 – Ten of your favourite goth bands.
Day 8 – What’s your worst and best experience with non-Goths?
Day 9 – What genre of music do you dislike?
Day 10 – What do you hate and love about the subculture?
Day 11 – Is Goth a lifestyle for you?
Day 12 – What’s your gothic inspiration?
Day 13 – What was your first band t-shirt?
Day 14 – What was your best and worst DIY disaster.
Day 15 – Your favourite or most expensive item in your wardrobe.
Day 16 – What’s the most casual you’ve ever dressed?
Day 17 – Your favourite Goth brand.
Day 18 – Worst hair experience.
Day 19 – Share beauty advise and take a photo of your make up.
Day 20 – If you could dye your hair any colour what would it be?
Day 21 – What body mod do you have or have you considered?
Day 22 – If you could attend any Goth event what would it be?
Day 23 – Your favourite artist or photographer.
Day 24 – Name the best websites for Goths.
Day 25 – Did you ever consider leaving the subculture?
Day 26 – Show a photo for every year (or month if you’re new) that you’ve being into Goth.
Day 27 – The worst thing you ever did to a newbie.
Day 28 – Do you consider yourself an eldergoth?
Day 29 – What do you think will happen to Goth in the future?
Day 30 – Make a list of blogs you regularly read and link to them.

Dann fangen wir doch gleich mal an 🙂

„Wie bist du in die Subkultur gekommen?“

Tja, das ist diese Standard-Frage, auf die man nie so genau eine genaue Antwort geben kann. Man könnte sich weitere Fragen überlegen, wie jetzt „Subkultur“ zu verstehen ist etc.

Wenn wir rein von der „Szene“ und von der allgemeinen schwarzen Szene sprechen, dann muss das irgendwann 2008, 2009 gewesen sein. Ich weiß, das ist für einen Greis meines Alters eher ein Sandkorn im Zeitglas oder ein Millimeter auf der Zeitleiste seit Erschaffung der Welt bis heute, oder so.

Aber eigentlich habe ich schon viel früher als Einzelgänger rumgegruftelt, wenn man das sagen kann. Mit zarten elf Jahren baute sich der kleine Ian einen Sarg aus Karton, weil er Lumpi, den älteren Bruder von Rüdiger von Schlotterstein so cool fand. Vampire, geil, sowas rockt. Lange vor Bergdoktor-Glitzer-Elfen, die sich im Wald verstecken. Musikalisch begann es bei mir eher gitarrenlastig. Rammstein, wie für viele andere war dies auch für mich wohl eine Art „Einstiegsdroge“ in „düstere“ Richtungen, die Mediamarkt damals in ihren schmalen Musikregalen für einen nerdigen Star Wars – Fan, mit mehr Pickeln als schulischem Engagement, hatte. Die Reise entwickelte sich weiter von Rammstein, hin zu Trällerelfen-Metal à la Nightwish oder Within Tempation, in späteren Tagen auch Epica, eben all solchen Dingen. Eines Tages sah der kleine Ian ein Plakat auf dem die „Crüxshadows“ abgebildet waren und in seinem Dorfclub spielen sollte. „Sieht interessant aus, hörste mal rein“, dachte sich der kleine Bub und beschaffte sich irgendwie das Album Intercontinental Drift und fand es auf Anhieb geil. Seltsam, denn eigentlich waren es doch sonst immer eher Gitarren, die ihm zusagten. Aber diese Art von Musik, die von so einigen Anbietern fälschlicherweise als „Dark Wave“ verkauft werden, war etwas anderes, sie war nicht wirklich finster, eher technoid, aber trotzdem erzeugte sie ein wohlig dunkles Gefühl. Und so kam es, dass der kleine Ian auf sein erstes „schwarzes“ Konzert ging. Und von da an war es um ihn geschehen. Schwarze Kleidung wurde nicht nur alle zwei Tage getragen, nein, seit diesem Tag war dies Alltagspflicht und etwas anderes wird auch in absehbarer Zeit nicht in seinen Kleiderschrank kommen. Ja, dann folgten nächtliche Tänze in dunklen Kellergewölben, wann immer es sich anbot und Besuche auf Konzerten und Festivals. Musikalisch ging es dann weg vom typischen Metal eher zu Dingen wie Samsas Traum, ASP, Sisters of Mercy, bis hin zu Post Punk wie The Cure, Siouxsie and The Banshees und Bauhaus. Aber zu den einzelnen Dingen komme ich dann später 🙂 Es ist aber auch unmöglich, sich wirklich festzulegen, denn wer einmal festgestellt hat, wie vielfältig die Musikrichtungen der schwarzen Szene sind, der braucht auch nichts anderes mehr. Ich zumindest habe dort musikalisch und künstlerisch eine „Heimat“ gefunden – und eine ganze Menge Menschen, die verstehen, was man meint, ohne sich erklären zu müssen.

Als nächstes werde ich eine äußerst peinliche Phase meines Gruft-Daseins ansprechen: Die persönlichen Anfangstage des Ian von Nierenstein in Form von Lichtbildkunst 😛

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