Monat: Dezember 2013

Weihnachtliche Dunkelkeit

Dunkelheit senkt sich übers Land. Die Städte leuchten schon in goldenem Lichterglanz und die Menschen hetzen tütenbeladen durch die überfüllten Straßen, die trotz der Eiseskälte noch nicht wirklich gefrieren wollen. Vereinzelt kämpft sich eine einsame Schneeflocke durch den ansonsten grau-nassen Himmel hinab auf Erden. Der Geruch von Glühwein – und leider auch betrunkener Menschen – liegt in der Luft. Ich schnleppe mich mit kratzigem Hals und triefender Nase von der Uni heimwärts richtung Straßenbahnhaltestelle, immer versuchend, die drängelnden Primark-Tüten zu umgehen, die sich einer Bataillon bunter, legginstragender Nussknacker-Weiblein gleichend, in die Allgegenwart rücken. Meine Vorweihnachtsstimmung: Ernüchternd, ich bin froh, wenn ich irgendwann zu Hause bin, um dort ganz in Ruhe Java-Programme zu schreiben, wie auch immer ich das hinbekommen soll.

Und auf einmal denke ich an meine Vergangenheit zurück, damals, als ich noch klein war und zusammen mit meiner Familie Weihnachten gefeiert habe. Ich sehe all die Lichter und Gerüche vor mir, die Forelle, die Oma an Heiligabend immer gemacht hat, die Bescherung – ich als Weihnachtsmann verkleidet, der meine Familie beschenkt, die das ganze nur mitmachen, weil ich noch ein Kind bin. Spätestens ab dem Gymnasium würden diese schönen Bilder einer schlichten, vorlesungsfreien Zeit weichen, in der man Kraft bis zur anstehenden Klassenarbeit (natürlich gleich Montags nach den Ferien) sammeln könnte. Und ich habe noch immer meinen Sinn für diese wohlig stimmungsvolle Zeit nicht verloren. Denn er lebt in meiner Erinnerung weiter, genauso wie meine Oma.

Auf dem „Schwarzen Planeten“ von Shan Dark habe ich einen tollen Artikel zum Krampus gefunden. Toll, dass diese traditionellen Sachen teilweise so düster sind, dass sie irgendwie zu meinem Lifestyle passen und ich das Gefühl habe, zwar in der falschen Zeit zu leben, aber sagen zu können: Nicht alles, was alt ist, ist schlecht 🙂

Black3