Monat: Januar 2014

Punk Plus über den Tellerrand: Wave-Punk

Überraschenderweise habe ich kürzlich einen Artikel in einem Punk-Magazin gefunden, mit dem ich gar nicht gerechnet hätte. Es geht dabei um eine Artikelreihe, die sich mit Musik außerhalb des Tellerrands Punk beschäftigt. In dieser Ausgabe der „Plastic Bomb“ hat es „Wave-Punk“ erwischt. Ein Begriff, der eigentlich passend ist, allerdings auf die heutige musikalische Ausrichtung Punk nicht mehr wirklich zutreffen mag. In dem Artikel sieht man ganz gut, wie untrennbar in den 80ern Wave und seine Untergenres mit Punk verwoben waren. Aus heutiger Sicht ist das schwer nachzuvollziehen, wenn man sich nicht mit den Wurzeln düsterer Musik beschäftigt, die sich ganz offensichtlich unter anderem aus der in dem Artikel beschriebenen „Cold Wave“, „No Wave“ und „Dark Wave“ entwickelt hat. Die Rammstein-Fraktion wird damit sicher Probleme haben, entspricht das ja nicht unbedingt ihren Hörgewohnheiten, wage ich einmal zu pauschalisieren. Und wie der Autor des Artikels auch ganz nett schreibt:

„…daher empfehle ich an dieser Stelle noch fix X-MAL DEUTSCHLAND, die New Wave und Gothic Rock (nein, nicht das, was ihr jetzt denkt…) mischten…“

Der Begriff „Gothic“ hat sich in den letzten zwanzig Jahren zu etwas total anderem entwickelt, als ursprünglich angedacht (wenn man sich überhaupt in seiner Entstehung irgendetwas dazu gedacht haben sollte). Das ist traurig zu lesen, aber es ist die Wahrheit, da man heutzutage mit „Gothic“ Glühwürmchen oder Victoria-Francés-Kitsch assoziiert. Ich habe mir erlaubt, den entsprechenden Artikel hier einmal zu guttenbergen.

PunkPlus1  PunkPlus2

PunkPlus3

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Andy Winkler – Beitrag vom SWR

Immer wieder finde ich per Zufall Beiträge oder Reportagen, die mich faszinieren. So auch diesen kurzen Beitrag über den Fotografen Andy Winkler, der wahrhaft magische Bildwelten erschafft, bzw. einfängt. Es ist eine große Kunst, auf seinen Bildern eben die Gefühle wieder zu geben, die man hat, wenn man sie „real“ vor sich hat. Das schafft er auf ganz wundervolle Weise.

Übrigens hat er auch Seite über „den kleinen Vampir“, den sicher noch einige aus den Büchern von Angela Sommer-Bodenburg oder den verschiedenen Verfilmungen kennen. www.gruft-der-vampire.de

www.rumaenienburgen.com/

Dresscode in der schwarzen Szene

BUTTONDer aktuelle Kolumnenbeitrag von Myk Jung im Gothic Magazine hat mich nachdenklich gestimmt.
Wir alle lieben die Farbe Schwarz. Wir tragen sie, weil es Teil unserer Persönlichkeit und unseres Stils ist. Das ist natürlich subjektiv, denn es gibt ja auch viele, denen es hauptsächlich „nur“ um die Musik geht und denen die Kleidung eher zweitrangig ist. Für mich persönlich ist die Kleidung eine optische Verdeutlichung des favorisierten Musikstils, so ist das ja in jeder Szene, aber auch der Persönlichkeit. Wobei natürlich jeder für sich selbst entscheidet, welche Bedeutung die Farbe „Schwarz“ hat. Das sei mal dahin gestellt.
In „unseren“ Clubs oder „Grüften“ wollen wir für uns sein und unsere Zeit mit uns ähnlichen Gestalten verbringen, weil das „unsere“ Welt ist, fernab vom Trubel, der aufgesetzten Heiterkeit und dem Gruppenzwang der harten, gewöhnlichen Gesellschaft.
Nur, sind wir eigentlich wirklich anders? Das leidige Thema Toleranz und Cyber etc. kommt jedes Mal zum Tragen, wenn man sich mit dieser Thematik auseinandersetzt. Wir schotten uns ab, schotten aber auch andere ab, die nicht so sind wie wir. Das kann natürlich erst einmal ein löbliches, subjektives Ziel für einen selbst sein, will man ja von Glotzern und Spießern in Ruhe gelassen werden. Gleichwohl sind wir aber selbst Glotzer und Spießer, im Grunde sind wir plötzlich das, was wir eigentlich verabscheuen. Hassen uns selbst. Und wer sich selbst nicht mag, dem können die anderen den Buckel runter rutschen. Das ist natürlich nicht schlimm, jeder daddelt vor sich selbst hin und lässt die Welt Welt sein. Wirklich bescheuert wird es meiner Meinung nach aber dann, wenn es zu einer Ideologie wird. Wenn man auf Websites von Veranstaltern Dinge zu lesen bekommt wie dies hier: http://nachtwerk.jimdo.com/hintergr%C3%BCndiges/

Es ist nicht verkehrt, sich seinen Schutzraum zu schaffen. Es ist vollkommen in Ordnung, ihn sich zu erhalten und ihn vor ungebetenen Gästen zu schützen. Dann sollte man dies aber in Form von Privatpartys mit geladenen Gästen tun und nicht darauf hoffen, dass man kommerziell erfolgreich damit ist. Denn kommerziell ausgerichtete Veranstaltungen ziehen nun mal jede Art von interessierten Gästen heran, ganz gleich, ob es sich um die tiefsten Schwarzträger oder den buntesten Buntträger handelt, im Idealfall noch agressiv oder sonstwie unhöflich. Denn Drohungen oder Gewalt gehen überhaupt nicht. Nichts spricht gegen Klatsch und Tratsch, aber bitte in friedlicher Form. Daher fand ich es sehr interessant, Myk Jungs Artikel hier zu veröffentlichen, um mal seine subjektive Meinung zu diesem Thema „Dresscodes“ in der Szene zu veranschaulichen. Und bei seinen Folgerungen habe ich schon ein wenig Bauchschmerzen bekommen.

Meine persönliche Einstellung ist, dass „schwarze Szene“ auch schwarze Kleidung bedeutet. Ich persönlich würde nie auf den Gedanken kommen, in Schweinchenrosa mit Blue-Jeans und Nike-Schuhe auf einer Gruftie-Tanzfläche herumzuwirbeln. Dazu würde erstens mein Gesicht voll Scham schweinchenrosa anlaufen und zweitens mag ich persönlich keine bunten Klamotten an mir. Das bringt mich zum zweiten Punkt: Wenn ein oder zwei Farbkleckse in der schwarzen Masse auftauchen, ist das nicht mein Problem. Meine Sorge ist eher die, dass ich der einzige wäre, der in Schwarz zwischen lauter bunt gekleideten Menschen rumtanzt. Auf einer schwarzen Party. Dann wäre wirklich etwas schief gelaufen, zumindest syntaktisch von den anderen her. Ich lasse andere machen, was sie wollen, solange sie mir nicht auf die Nerven gehen. Es ist mir egal, ob da ein paar Cyber-Krieger, die mich immer an Aliens aus „Avatar“ erinnern, herumhüpfen, solange sie nicht die Mehrheit bilden und die gespielten Musikwünsche des Abends dominieren. Denn dann wüsste ich, dass es Zeit ist, für mich zu gehen. Nach Hause zu fahren, um dort meinen Abend mit vertrauten Klängen und in Kerzenschein zu verbringen, so wie ich es mag. Denn jeder ist sich selbst der „Szenste“.

Das Copyright light natürlich beim Gothic Magazine, sollte es Beanstandungen geben, werde ich die Grafik selbstverständlich entfernen.

dresscode