Young & Cold II

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Samstag, den 13. August 2014.
Mein Reisebus kriecht im Schneckentempo über die Autobahn A8 Karlsruhe via Stuttgart auf dem Weg nach Augsburg, tiefstes Bayern. Meine Mission: Lebendig das zweite Young & Cold Festival zu erreichen, dessen Debüt im vergangenen Jahr 2013 ich zu meiner Schande verschlafen habe. In der Hoffnung, noch rechtzeitig anzukommen, steht mir der Schweiß im Gesicht. Es ist nicht die Angst, vor der hohen Geschwindigkeit von nahezu einem Meter pro Stunde, sondern die Angst, etwas zu verpassen.Doch pünktlich um halb zwei am späten Nachmittag bleibt der völlig ausgepowerte Fernbus ächzend in einer Raststätte bei Augsburg stehen. Jippi! Nun nur noch schnell in die Straßenbahn gehüpft – was gar nicht so leicht ist nach fast drei Stunden Sitzen – und ab ins Hotel zu Stifi und Franzi, um der optischen Erscheinung noch die würdige Unterstreichung zu geben.

PIKES! Wohin das Auge reicht… ich habe bisher noch nie so viele Exemplare dieses alterwürdigen und fast anachronistischen Schuhwerks in einem Raum liegen sehen. Meine beiden Freunde scheinen ihre komplette Sammlung mitgenommen zu haben, denn irgendwie tauchen sie überall wieder auf, egal ob in Koffern oder hinter versteckten Schranktüren. Eine Wand aus Nebel kriecht bedrohlich aus dem Badezimmer entgegen. Es handelt sich um eine Mischung aus Haarspray und Toupier-Puder. Herrlich!
Auf meinem Haupt steht schon nach kurzer Zeit eine Miniaturvariante des Eiffelturms, nur nicht ganz so verrostet. Stifi sei Dank 🙂

Und auf geht’s. Weil ich leider aufgrund meiner Schicht den ersten Teil des Festivals am Freitag nicht miterleben konnte, bei dem unter anderem „Elvira And The Bats“ sowie die „Fliehenden Stürme“ spielten, will ich heute ganz genau aufpassen. Wurde Freitag das musikalische Augenmerk auf den Klang der Gitarre gelegt, so sind es heute die Synthesizer. In der Location angekommen, die übrigens zweistöckig ist, ertönen uns gleich die ersten Töne von „Neon Romance“. Haben sie mir auf Platte eigentlich ganz gut gefallen, so bin ich ein wenig von der optischen Erscheinung irritiert. Helene Fischer hatte ich gar nicht erwartet 🙂 Aber gut, jede Menge Leute sind gekommen, manche die ich bisher noch nicht persönlich getroffen habe, aber nun endlich auch mal „lebendig“ zu Gesicht bekomme, was mich sehr freut. Durch die Umbau-Pausen gibt es auch keine Überschneidungen, so dass man alle Bands sehen kann. Meine musikalischen Highlights an diesem Abend: „Oppenheimer MK II“, ehemals „Oppenheimer Analysis“ neben „Ben Bløødygrave“.Pikes

Fazit: Klein, fein, handgemacht und familiär. Pikes. Haare. Schwarz. Schön. Für mich ist das Young & Cold genau das, was es in der „Szene“ mehr geben sollte, fern vom schwarzen „Mainstream“, aber dennoch lässt es sich messen. Mein Favourit 2014. Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.

https://www.facebook.com/YoungAndColdFestival?fref=ts

Festival-Bilder: https://www.facebook.com/uomo.black.39/media_set?set=a.1461307857466587.100007621603527&type=3https://www.facebook.com/uomo.black.39/media_set?set=a.1461307237466649.100007621603527&type=3

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Ein Kommentar

  1. Ich fand die Idee eines schwarzen Festivals fernab des Mainstreams nicht schlecht, aber am Young & Cold hat man mal wieder gesehen, dass die 80er einfach vorbei sind ;*(
    Klar hatte Gothic schon damals seine elitären, fotogeilen Selbstdarsteller, aber mittlerweile beinhaltet die Grufti/Waverszene (und auch der Rest der ~schwarzzzen Szene~ das ja fast nurnoch…
    Musik/Planung war ganz nett, aber ich weiß jetzt wieder, warum ich mich aus der Szene zurückgezogen habe

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